Rang: Marschall

Posten: ​El Diabolo, Waffenmeister, Herold, Kriegstreiberei
 

 

 

Die Zeit bevor Brianna Collum dem Schwarzen Löwen begetreten ist:

 

Voller Name: ​Brianna Collum 

 

Ich wuchs relativ behütet und glücklich auf dem Hof meines Vaters auf. So tief in den Highlands war von den Aufständen gegen die Engländer kaum etwas zu spüren. Ich half meinen Eltern bei der Bewirtschaftung des Landes und lernte zugleich von meiner Mutter die Kunst der Geburtshilfe.
Als ich etwa 14 war wurde ich mit dem Sohn des Schmiedes verheiratet. Als Brianna Dougal verlebte ich einige gute Ehejahre. James Dougal war ein freundlicher Ehemann und arbeitete hart um mich und unsere zukünftigen gemeinsamen Kinder zu versorgen und uns ein anständiges Leben zu bieten. Ich half meiner Mutter weiterhin bei ihrer Tätigkeit als Hebamme.
Etwa zwei Jahre nach der Eheschließung von James und mir wurden meine Mutter und ich zur Entbindung der Frau des Clanführers gerufen. Es war eine schwere Geburt und die Mutter des Kindes überlebte die Anstrengungen nicht. Zwei Stunden nach der Niederkunft verstarb auch der neugeborene Junge. Die anwesenden Bediensteten klagten uns an Mutter und Kind durch Zauberei getötet zu haben. Im Mut der Verzweiflung stürzte sich meine Mutter auf die Kläger und gab mir so die Möglichkeit zu fliehen. Ich rannte nach Hause und schlich ins Haus hinein. Ich versteckte mich in einer Nische und versuchte meine Angst unter Kontrolle zu bekommen. Nur wenige Minuten später hämmerte Jemand gegen die Tür.  James, der meine Rückkehr nicht bemerkt hatte öffnete. Einige Männer standen vor der Tür und verlangten von James mich herauszugeben, da ich der Zauberei und des Mordes angeklagt sei. Mit Entsetzen hörte ich wie mein Mann beteuerte, dass er nicht wisse wo ich sei und dass ich wohl auch ihn bezaubert habe.
Nachdem die Männer fort und James in die Wohnstube zurückgekehrt war raffte ich eilig meine Habe zusammen. Zusätzlich nahm ich noch einen Dolch und ein Schwert meines Mannes, sowie die kompletten Ersparnisse mit.
Auf dem Maultier der Schmiede verlies ich den Ort meiner Kindheit. Ich fand ein Schiff, dass mich auf das Festland brachte und durchstreifte das Land auf der Suche nach einer neuen Heimat. Es war ein hartes Leben für mich, die ich so behütet aufgewachsen war. Enttäuscht von dem Verrat meines Mannes nutzte ich wieder meinen Mädchennamen, wenn ich überhaupt einen Namen gebrauchte. Ich hielt mein Geld eisern zusammen und besserte meine Kasse durch Taschendiebstähle auf.
Nach fast einem Jahr der ziellosen Wanderschaft (das Maultier hatte ich bereits verkauft... oder verspeist, sicher bin ich mir nicht mehr) erreichte ich Augusta Vindelicorum. Aus mir dem einst freundlichen, zarten Mädchen war eine verwilderte, grobe Frau geworden, die bereit war ihr Leben und ihre geringe Habe mit Klauen und Zähnen zu verteidigen.
Auf dem Marktplatz ergab sich für mich die Möglichkeit meine Vorräte und meine Kasse aufzubessern. Ich hatte inzwischen jegliche moralische Bedenken über Bord geworfen und stahl wie ein Rabe.
Ich war erschöpft und dadurch wurde ich unvorsichtig. Als ich den Ruf der Stadtwächter hinter mir hörte begann ich zu rennen ohne mich auch nur umzusehen. Ich passierte den Gemüsestand und verlor plötzlich den Boden unter den Füßen als mich zwei starke Arme packten und gegen die Holzwand der Marktbude drückten. Der Mann grinste mich an und legte einen Finger über seine Lippen während er mich mit der anderen Hand am Arm festhielt. Ich funkelte ihn wütend an, was ihn nicht wirklich zu beeindrucken schien. Mit der linken Hand zog ich mein Schwert unter dem Umhang hervor und hielt es ihm drohend unter die Nase. „Lasst mich los oder ich schneide euch in Stücke!“ Sein Grinsen wurde noch breiter, was meine Wut anfachte. „Ein hübsches Schwert, darf ich es mir einmal ansehen?“ Er nahm mir das Schwert mühelos aus der Hand. Ich war so überrascht, dass ich noch nicht einmal versuchte ihn daran zu hindern. Er betrachtete mein Schwert von allen Seiten. Ich zitterte vor Zorn. Wie ein tollwütiger Hund sprang ich auf ihn los und drückte ihm meinen Dolch an die Kehle. „Gebt mir sofort mein Schwert zurück!“ Zum ersten Mal sah ich leichte Zweifel auf seinem Gesicht, doch innerhalb kürzester Zeit hatte er seine Belustigung wieder gefunden. Er reichte mir mein Schwert mit dem Heft voran. Ich nahm es entgegen, lies den Dolch aber noch einige Augenblicke länger an seinem Hals bevor ich ihn wieder wegsteckte. Der Mann sah mich prüfend an, dann streckte er mir seine Hand entgegen. „Mein Name ist Ernesto Ballico Arvasut. Und wer bist du? Eine entlaufene Zirkusattraktion?“ Ob dieser Unverschämtheit schnappte ich nach Luft. „Ich bin Brianna Collum und ich stamme aus Schottland!“ Ernesto murmelte etwas, dass nach „noch schlimmer“ klang. Beleidigt drehte ich mich um und kündigte an nun zu gehen. Ich war kaum ein paar Schritte weit gekommen als Ernesto wieder auftauchte. Er ging neben mir her. Energisch schritt ich durch die Straßen. Nach einer Weile erreichten wir erneut den Rand des Marktes. Beschämt blieb ich stehen. Ernesto grinste wieder, wohl eine seiner schlechtesten Angewohnheiten aus meiner Sicht. „Kann es sein, dass du etwas ziellos bist Fräulein Schottin?“ Ich lies mich nicht zu einer Antwort herab sondern lehnte mich an eine Hauswand, verschränkte die Arme und starrte auf den Platz. Ernesto ballte die Faust und schlug mir freundschaftlich auf die Schulter, was mich fast von den Füßen riss. „Mach dir nix draus Brino, du bist nicht der einzige Mensch der nen schlechten Orientierungssinn hat.“ Ich schüttelte den Kopf. „Erstens heiße ich Brianna und zweitens ist das Problem nicht mein Orientierungssinn sondern die Tatsache das es keinen Ort gibt an den ich gehen kann.“ Er zwinkerte mir verschwörerisch zu. „Aha, hast wohl was angestellt. Muss ja ne ziemlich große Sache gewesen sein wenn du von Schottland bis hier her geflohen bist. Aber mach dir mal keine Sorgen Mädel du bist genau an den richtigen Mann geraten. Ich denke ich habe da einen Platz für dich.“ Meine Muskeln spannten sich und meine Finger schlossen sich um den Dolch. „Sucht euch andere Huren für euer schmutziges Geschäft verfluchter Zuhälter!“ Völlig aus dem Konzept gebracht schaute er mich einen Augenblick verwirrt an. Dann begann er schallend zu lachen. „Ich bin doch kein Zuhälter, ich bin ein Löwe.“ Da hatte ich mich wohl getäuscht, ich hatte es nicht mit einem Zuhälter zu tun, sondern mit einem Verrückten. Ernesto lud mich schließlich ein mit ihm in der Schankstube zu essen und zu trinken. Trotz der Tatsache, dass er mit jedem Humpen Bier wirrer wurde in seinen Erklärungen konnte ich mir darüber klar werden, dass er sich nicht für eine große Raubkatze hielt, sondern Angehöriger des freien Söldnerhaufens des schwarzen Löwen war und dass er mir anbot ihn zu begleiten und mich bei den Söldnern zu verdingen. Als es bereits dunkelte verließen wir die Schänke. Ernesto hatte starke Schlagseite. Irgendwie schafften wir es aus der Stadt heraus, Augenblicke bevor sich die Tore schlossen. Wir nächtigten vor der Stadt, da ich ihn nicht dazu bringen konnte weiter zu gehen. Am nächsten Vormittag brachte er mich zum Lagerplatz der Söldner und endlich hatte ich wieder einen Platz an den ich gehörte.

Brianna Collum