Tantris Koloman

Rang: Kriegsknecht

Posten: Rüstmeister
 

Die Zeit bevor Tantris dem Schwarzen Löwen beigetreten ist:

Voller Name: Tantris Koloman

Eltern: derer von Engeström

Geboren: 06.02.1348

Ihr kennt mich als Tantris Koloman und ich trage diesen Namen mit Stolz. Unter diesem Namen haben ich weit mehr Ruhmreiches vollbrach als unter jenem der in meinen Adern fließt. Doch beginne ich die Geschichte besser wo sie begann:

Ich wurde am 6ten des Taumondes der Jahrung 1348 a.D. geboren, jedoch nicht hier sondern in Aros. Die Stadt befindet sich in Schweden jenseits der Baltischen See. Meine Eltern gaben mir an diesem Tag den Namen Tantris, meine Ahnen fügten den Titel von Engeström hinzu, mit allen „Rechten“ und Pflichten die dies mit sich brachte. Ich war der Drittgeborene der Familie und binnen kürzester Zeit der Liebling meiner Eltern und Ammen. Neben einer Ausbildung in Fechten, Sitten und Allgemeinbildung sorgte meine Herkunft ebenso für Verwöhntheit, Eitelkeit und mangelnden Respekt vor anderen. Ich vermute es war mein loses Mundwerk mit dem meine Eltern und unsere Bediensteten klarkommen mussten als ich älter wurde. Dies sorgte dafür, dass ich entgegen der Tradition eher früher als später und am besten sofort ins Kloster abgeschoben werden sollte. Ich dachte nur: „Nicht mit mir!“ Nachdem ich jedoch alle Register gezogen hatten, alle Appelle und alles Flehen nutzlos waren und alle Erpressungen und Drohungen verlacht wurden musste ich einsehen, dass ich es wohl zuvor übertrieben hatte. Der Entschluss stand fest!

Wie ein zum Tode Verurteilter, der auf den Galgen wartet, forderte ich nur einen letzten Wunsch. Ein Kloster so weit weg wie es nur ging. Wenn man mich in ein Leben des Klerus zwingt, dann wenigstens so weit weg wie möglich von der Familie die mir dies antut. Da meine Familie sehr eng mit dem Klerus verbunden war erfuhr ich von einem Kloster welches im fernen Fürstenfeld errichtet wurde und wünschte dort aufgenommen zu werden. Über die lange Reise gibt es nicht viel zu berichten, sie verlief standesgemäß komfortabel und ich hätte ausreichend Zeit gehabt mich meinem Schicksal zu fügen. Jedoch wehrte sich nach wie vor alles in mir dagegen. Ich hatte nichts gegen die Kirche, aber ich wollte mehr vom Leben. Ich begann mein Verhalten in meinem Elternhaus zu bereuen und mich nach Freiheit und Abenteuer zu sehnen. Die Idee zu fliehen entstand bereits sehr früh jedoch hat es lange gedauert bis die Wut über mein Schicksal stärker war als die Furcht vor einem ungewissen und unbehüteten Leben. Ich wollte bis kurz vor dem Ziel mit der Umsetzung warten um die maximale Distanz zwischen meine Herkunft und meinem neuen Leben zu haben. Der Moment war gekommen als wir zu später Stunde im Schutz einer Burg in der Nähe von einem Dorf namens Kermaringon Rast machten, um am nächsten Tag ausgeschlafen und zurechtgemacht im Kloster in Fürstenfeld anzukommen. Als die Kutsche anhielt um Einlass in der Burg zu erbitten sprang ich in die Dunkelheit und rannte in den Wald.

Die Phase meines Lebens welche nun folgte war vermutlich die härteste, jedoch auch die lehrreichste meines Lebens. Ich floh aus dem adeligen Leben, nur mit dem was ich am Körper trug und ein paar Vorräten die ich zuvor in einer Decke verpackt hatte. Das Einzige was von meinem alten Leben blieb war eine silberne Schatulle mit der Erteilungsschrift des Titels und dem Wappen meiner Familie, damit ich mich im Notfall ausweisen kann. Ich  hatte nicht vor sie jemals zu benutzen. Die folgenden Tage versteckte ich mich tief im Wald um nicht jenen die mich suchten in die Arme zu fallen. Oft war die Versuchung groß zurück in mein komfortables Leben zu ziehen, doch ich widerstand. Es ist erstaunlich welche Erkenntnisse man gewinnt wenn man mit sich allein ist. Bisher musste ich nur mit unmöglichen Angestellten und lästigen Pflichten klarkommen, jetzt stellte ich fest, dass es noch viel schlimmer ist wenn ich mit mir selbst klarkommen muss. Ich wollte mich radikal ändern auch wenn der Weg schwer wird. Nachdem der letzte Suchtrupp abgezogen war begann ich die Gegend zu erkunden. Es gab einige kleine Orte in der Nähe, hauptsächlich mit Bauernhöfen und Handwerksbetrieben. Um nicht aufzufallen wechselte ich häufig die Meister und Zünfte. So arbeitete ich mal mit Holz, mal mit Eisen oder half einem Bauern bei der Ernte. Zu Beginn war ich der Fußabtreter der Leute, denn was ich in meinem Elternhaus gelernt hatte war ohne Nutzen für das einfache Leben. Meine Startschwierigkeiten konnte ich jedoch durch meinen Eifer und meine geschickten Hände schnell Wett machen, sodass die Leute meine Arbeit schätzen und begannen über mich zu reden. Sie nannten mich „Koloman“, den Einsiedler, denn ich tauchte auf und verschwand wieder und niemand wusste woher ich kam oder wohin ich ging. Da das genau war was ich bezwecken wollte behielt ich diesen Namen bis heute. Doch kaum hat man einen Namen und wird bekannter ist Missgunst nicht fern. Als das Gerede der Leute zu gefährlich wurde wechselte ich ein weiteres Mal meine Zunft und heuerte bei einem Bader an. Er meinte ein Rotschopf wäre gut für seine Geschäfte. Ich wunderte mich nicht lange was der Bader mit einem Rothaarigen wollte, denn er verkaufte unter der Hand so manche alchemistischen Tinkturen. Ich war seine Werbefigur und ich hasste es. Ich lernte viel Neues über Heilkunde und Alchimie das mir sonst verborgen geblieben wäre. Also spielte ich den Hexer und er verkaufte. Während der Sommerzeit reisten wir umher und halfen Menschen in den Dörfern an unserem Weg. Des Winters suchten wir uns meist einen Ort mit mehr Einwohnern und blieben dort bis das Wetter wieder wärmer wurde. Der zweite Winter den ich bei dem Bader verbrachte führte mich bedauerlicherweise in das aufstrebende Städtchen Bruck, in dessen Kloster ich geschickt wurde jedoch niemals ankam. Die tägliche Sorge jemand aus dem Kloster könnte mich entdecken ließ mir keine Ruhe. Ich beschloss den Bader zu verlassen und mein Glück an einem anderen Ort zu versuchen. Vielleicht konnte ich mit den Sitten meines Elternhauses etwas im Salzhandel des nahen Augusta Vindelicorum verdienen. Da ich als Lehrling außer Essen und Unterkunft nicht genug verdiente konnte ich den Zoll für die Brücke aber nicht bezahlen. Um im Geheimen schnell Geld zu machen gab es in Bruck nur einen Ort, eine Taverne der übelsten Sorte. Ausgehend von meiner Herkunft war ich nun am entgegengesetzten Ende der Gesellschaft angekommen.

Die Kneipe sah aus als würde nur der Dreck an den Wänden sie zusammenhalten. Um sie zu betreten musste man einen Spießrutenlauf durch den betrunkenen Bodensatz der Gesellschaft bestehen und wenn man darin war wurde es nur schlimmer. Der Mann, der mir als der richtige Ansprechpartner für mein Anliegen beschrieben wurde saß in einer dunklen Ecke und wurde von einer Frau belagert. Ich hatte es eilig zur Sache zu kommen also hielt mich das nicht ab und ich platze in ihr Gespräch. Es stellte sich heraus, dass die Frau genau das gleiche Ziel wie ich hatte und auch Geld dafür benötigte. Der zwielichtige Typ grinste breit und schlug eine Aufgabe für zwei Personen vor. Ein Vöglein hatte ihm von einem Kaufmann erzählt der am morgigen Tag in der Stadt eintreffen wird. Er soll ein wertvolles Artefakt in einem Samtbeutel an seinem Gürtel tragen. Wir sollten es stehlen und ihm bringen. Er würde dafür unseren Brückenzoll bezahlen und vielleicht noch die eine oder andere Münze für den Weg obendrauf legen. Ich betrachtete die Frau die mir ungefragt an die Seite gestellt wurde misstrauisch und seufzte, das konnte ja nichts werden. Sie war in jeder Beziehung niemand zum Pferde stehlen. Allerdings war ich wohl auch nicht ihre erste Wahl denn sie rümpfte nur die Nase als sie mich von oben nach unten betrachtete… bei ihrer Körpergröße wohl eher von unten nach oben. Der Kaufmann sollte gegen Mittag eintreffen also blieb nicht viel Zeit. Wir kauften uns beim Wirt noch eine Flasche Fusel und verließen den Laden. Sie sah zwar nicht so aus, jedoch war sogar ihr der Ort zu übel. Ich schluckte meinen adeligen Stolz hinunter und schmiedete mit ihr Pläne um an die Beute zu kommen. Ich weiß nicht ob es der Fusel war, aber so übel war diese Person gar nicht. Der Plan war einfach. Sie versprach den Kaufmann mit adretter Kleidung abzulenken während ich ihm aus der Menge den Beutel abschneide. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag und unsere Wege trennten sich.

Am vereinbarten Treffpunkt zur Mittagszeit verflüchtigen sich meine Sympathien für die unbekannte Frau schnell wieder, denn ich konnte sie nirgends entdecken. Als bald darauf der Kaufmann in Begleitung einer attraktiven Dame des Weges kam musste ich wohl den Plan ohne sie durchführen. Ich schlich unbemerkt durch die Menschen auf den Kaufmann zu, ein kleines Messer für den Beutel fest umklammert. Als ich nah genug herangekommen war und gerade den Beutel klauen wollte traute ich meinen Augen kaum. Die attraktive Dame beim Kaufmann war meine unbekannte Komplizin die erstklassig unseren Plan befolgte. In meiner Überraschung schnitt ich jedoch nicht die Schnur durch, welche den Beutel hielt, sondern den Riemen der des Kaufmanns Gewand oben hielt. Das Gezeter war groß und der Kaufmann schrie die Stadtwache herbei. Meine überraschend loyale neue Bekannte zupfte kurz am Gewand des Kaufmanns und er stand plötzlich in Unterbekleidung auf der Hauptstraße. Sie packte mich am Arm und wir sprinteten durch die Seitengassen davon, dicht gefolgt von den Wachen. Als wir gerade um eine Ecke bogen packte mich ein kräftiger Arm und zog mich samt Begleitung in einen unauffälligen Eingang. Ich hörte die Verfolger vorbei rennen.

Als sich meine Augen an das trübe Licht gewöhnt hatten sah ich einen Hünen und eine Frau die meine Begleitung anlächelten mit den Worten, „Das war knapp, das nächste Mal kostet es extra wenn wir dir deinen Hintern retten müssen“. Dies war meine erste Begegnung mit Ernesto Ballico Avasut und Tuula Elisa Jokela vom schwarzen Löwen. Kurz darauf schloss ich mich gemeinsam mit Asteria Agrona, wie meine Komplizin hieß, dem Söldnerhaufen an.