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Rang: Kriegsmaid

Posten: ​Zeugmeisterei, Rüstmeister
 

 

 

Die Zeit bevor Rosanna dem Schwarzen Löwen beigetreten ist:

 

Voller Name: Rosanna Mira Maius

Eltern: -

Geboren: -

 

Ich stelle mich vor als Rosanna Mira Maius. So werde ich in meinem Dorf gerufen. Tja, ich sollte
vielleicht sagen, so wurde ich in meinem Dorf gerufen, denn dort glaubt man wir weilen nicht mehr
unter den Lebenden. Schon vor vielen Jahren sorgten wir dafür, dass dies jeder Mann und jedes
Weib glaubt. Doch werden wir mit dem Anfang unserer Geschichte fortfahren und diese beginnt in
einer Nacht im Wonnemond.
Schon unsere Großmutter nannte jedermann und jederfrau Rosanna. Wir durften sie niemals
kennenlernen. Sie sei ein sehr beliebtes Mitglied im Dorfe gewesen, so wurde uns berichtet. Doch
wir schweifen ab. Zurück zur dieser Nacht im nicht all zu weit entfernten Chissingen. Wir hätten
noch vier ältere Geschwister, diese starben allerdings bei ihrer Niederkunft, nur wir nicht. Dafür
jedoch aber das Weib welches sich unsere Mutter nennen sollte. Zu Ehren unserer Großmutter
wurden wir ab diesem Zeitpunkt Rosanna gerufen.
Das Dorf betrachtete dieses Teufelskind zu jedweder Zeit mit großer Abscheu. Es gedieh wohl und
musste unter keinen Krankheiten leiden. Dies konnte nicht mit rechten Dingen zugehen.
Es gab nur unseren Vater und uns. Er kümmerte sich ob seiner Trauer um sein geliebtes Weib wie
kein anderer um sein Balg. Er war oder vielleicht ist er noch ein Flößer am nah gelegenen Lech.
Wer weiß, wir haben nie wieder etwas von ihm gehört. Während er seiner harten Arbeit nachging,
blieben wir im Haus, sorgten uns um das wenige Vieh und all unser Hab und Gut und hofften nicht
zu verhungern.
Ein neues Weib konnte unser Vater nicht finden. Wir waren ihm stets ein Klotz am Bein. Ebenso
versuchte er vergeblich unsereins zu verheiraten. So lebten wir einträglich nebeneinander und
sorgten gegenseitig für unser Wohl. Wir waren unser Leben lang eine Aussätzige, kein Kind mochte
mit uns spielen, auch hatten wir für derlei Albernheiten sowieso keine Zeit. Eines Tages jedoch
eröffnete uns unser Vater nun doch einen Mann gefunden zu haben, welcher sich opfere und uns zu
seiner Frau nehmen möchte. Wir konnten es kaum glauben. Er verhandelte über uns wie Vieh. Noch
nie waren wir so enttäuscht über das Verhalten eines Anderen und ebenso über das garstige
Aussehen und die widerliche Art unseres zukünftigen Mannes.
Nächtelang lagen wir schlaflos im Bett und sinnierten über die unterschiedlichsten Möglichkeiten
nach. Bis wir schließlich zu dem Entschluss gelangten, dass die einzige Rettung es war, das Dorf für
immer zu verlassen und das Leben fortan auf uns allein gestellt zu bestreiten. Doch Flüchtende
werden meist schnell gefunden, ein durchdachterer Plan musste folgen. Aufgrund unserer
Aufregung war er am Ende nicht sehr durchdacht, aber erfüllte seinen Sinn.
Unser Vater war zu seiner täglichen Arbeit aufgebrochen. Kaum hatte er unsere Hütte verlassen
verwüstete ich diese zur Gänze und vergoss in der Eile etwas Blut von der vortags geschlachteten
Henne. Wir betrachteten unsere Tat und waren beflügelt davon. Unsere Beine trugen uns
anschließend so schnell und so weit sie laufen konnten hinein in den Wald. Wir konnten nichts mit
uns nehmen, außer das Messer unseres Vaters und das was wir auf dem Leibe trugen. Wie ihr seht,
wäre eine bessere Planung durchaus von Vorteil gewesen. Doch ändern konnten wir nun nichts
mehr daran.
Die ersten Nächte waren die Hölle auf Erden. Hunger plagte uns stets. Die Angst ermordet,
gefressen oder angefallen zu werden trugen wir immer in uns. Irgendwann konnten wir unserer
Scheu Herr werden und begannen Essen und Kleidung von uns nah gelegenen Höfen zu stehlen. So
vergingen einige Jahre, dies glauben wir zumindest, jedwedes Zeit- und Raumgefühl kam uns dabei
abhanden. Wir lernten mit dem Messer umzugehen um uns vor wilden Tieren und wildem
Mannsvolk zu schützen und wir zogen das Land hinauf und hinab, ohne Idee was werden soll.
Irgendwann, nach einem halben Leben wie es uns scheint, gelangten wir in ein Dorf nicht weit weg
von Moorenweis. Dort kümmerte man sich zumeist liebevoll um armes Kinderpack welches aus den
unterschiedlichsten Gründen hier ihre Zeit fristete. Müde von der Herumtreiberei fanden wir dort
eine Stelle. Bett, Trank und Mahl frei. Wir genossen dies sehr und konnten das erste Mal seit Jahren
frei durchatmen.
Doch konnten wir kaum still sitzen. Die vergangenen Jahre veränderte unser Wesen so sehr, dass ein
stiller Ort und die Vorstellung, dort für ein Leben zu bleiben, uns den Hals zuschnürte. Durch ein
Wunder und wir würden niemals sagen durch ein Gotteswunder, durften wir kurz darauf Ernesto
Ballico Arvasut kennenlernen, welcher dort ebenfalls Zeit verbrachte. Nachdem er Vertrauen in uns
fassen konnte und einiges über unseren bisherigen Lebensweg erfuhr, lud er uns ein, ein zu euch
allen hier versammelten. Er erzählte uns davon, ein Söldner zu sein und, dass es in seiner
Söldnergruppe auch furchtlose Weiber gäbe. Uns gefiel der Gedanke immer mehr und mehr und wir
packten unser Weniges was wir besaßen und machten uns mit ihm auf den Weg zu dieser Gruppe,
genannt „die schwarzen Löwen“. Zum ersten Mal in unserem Leben sahen wir diese Vielzahl an
Waffen und was damit alles vollbracht werden kann. Die Lust das Kämpfen und Siegen zu lernen
wuchs in unsereiner von Tag zu Tag. Das Zusammenleben in diesem Haufen gefiel uns sehr und so
sind wir heute mehr als stolz darauf und glücklich darüber ein Teil dieser Familie sein zu dürfen und
einen Platz im Leben gefunden zu haben..

Rosanna Mira Maius