Rang: Kriegsmaid

Posten: ​Feldscher, Kriegstreiberei, Seelenfänger
 

 

 

Die Zeit bevor Asteria dem Schwarzen Löwen beigetreten ist:

 

Voller Name: Asteria Agrona

Geboren: 24.06.1348

 

Geboren wurde ich am 24ten des Grasmondes der Jahrung 1348 nach dem Herrn in Phafinhouna, einem kleinen Ort der für seine Handwerkskünste bekannt ist. Auch meine Familie bestand aus Handwerkern. Ich war das jüngste von drei Kindern, allesamt von weiblichem Geschlecht. Während meine Schwestern das Kochen und Nähen erlernten, stellte ich mich, zum Vergnügen meines Vaters mit Nadel und Faden nicht gerade geschickt an. Abends, meist nach meiner Nähstunde brachte er mir das Schreinershandwerk bei. Meiner Familie ging es finanziell meist recht gut, da mein Vater die angesehenste Schreinerei im Umkreis besaß. An einem der kältesten Tage des Jahres 1360 rutschte ihm beim Baumfällen die Axt aus und spalt seinen Fuß. Unfähig zu laufen erfror er alleine im Wald, wir fanden ihn erst am nächsten Tag. Da die Stickereien meiner Mutter und meiner Schwestern zu wenig Geld abwarfen war es an mir die Schreinerei meines Vaters fortzuführen. Doch ich besaß nicht die gleichen Fähigkeiten wie er weshalb ich nur wenige Aufträge bekam. Ein alter Freund meines Vaters, Zimmermeister Heinrich aus Straubing bot mir an, Teil der neu gebildeten „Nassen Rott“ in Medewald zu werden. Es handelte sich hierbei um eine Gruppe Flößer die für ihn den Holztransport zum Ausbau einer Marienkapelle in der kleinen Siedlung Namens München zuständig war. Um meine Familie versorgen zu können willigte ich ein. Nach und nach nahm auch der Transport von Salz auf der Isar zu. Der Salztransport war ein undankbares und, aufgrund der Räuber, gefährliches Geschäft. Durch die vielen Regeln und Kontrollen die der Salzhandel mit sich brachte, dauerten die Transporte immer länger und die Erträge wurden immer schlechter. Als wäre die Lage nicht schon schwierig genug, erreichte mich eines Tages ein Brief meiner Schwester. Sie hatte sich unsterblich in den Sohn des Schmiedes verliebt. Sie bat mich um Geld für ihre Mitgift, denn sie wollten heiraten. Ich war verzweifelt. Ich konnte meine Familie unmöglich im Stich lassen, aber das Geld reichte nicht aus um ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Nach langen Überlegungen und Zweifeln, sah ich keinen Ausweg mehr und wusste, auf ehrlichem Wege kam ich nicht weiter.

In München war es Gesetz, dass alles Salz das die Tore der Stadt passierte zunächst 3 Tage im Salzstadel am Isartor den örtlichen Kaufleuten angeboten werden musste. Aufgrund der Zölle und Steuern fiel der eigene Anteil sehr gering aus. Mit dem eigenen Verkauf der Waren, kann man sich jedoch einen ordentlichen Batzen Geld verdienen. Ich entschloss mich also einen Teil des Salzes auf dem Weg bei Seite zu schaffen. Damit es beim Entladen des Floßes nicht von den Wachen entdeckt wird packte ich einen Teil in ein wasserdichtes Fass und befestigte es unter meinem Floß. Ich wollte es beiseiteschaffen wenn Abseits des Anlegers das Floß für den Transport auseinandergebaut wurde. Da die Wachen meist mit den Kontrollen der ankommenden Flößen beschäftigt waren, erhoffte ich mir hier unbemerkt mit der Beute verschwinden zu können. Als ich mit meiner Ladung in München angekommen war lief zunächst alles wie geplant und niemand entdeckte meinen Schmuggel. Zu meinem großen Pech war das Wetter wie Gottes Strafe für meine Tat und es kamen nur wenige Flöße an diesem Tag an. Als ich also meine Beute gerade vom Floß an mich nehmen wollte, stolperte eine Wache die sich mal kurz die Beine vertreten wollte über mich. Um das Unglück komplett zu machen war es wohl ein helleres Köpfchen als seine Kollegen und erfasste die Situation mit einem Blick. Bevor ich etwas tun konnte holte er bereits tief Luft um seine Kollegen zu rufen doch jemand kam ihm zuvor. Es gab ein Geräusch wie wenn man an einen Kürbis klopft um zu sehen ob er reif ist, dann fiel die Wache in den Matsch und gab den Blick frei auf die zwei Gestalten die hinter ihm aus dem Regenschleier kamen und gerade abklatschten. Zu meinem großen Erstaunen waren es zwei Frauen die die Wache daran hinderten Alarm zu schlagen. Sie stellten sich mir vor als Brianna Collum und Tuula Elisa Jokela. „Du siehst nicht aus wie ein Halunke, und es ist fürwahr schwer genug für sich zu sorgen bei all den Regeln und Zöllen“, sagte die eine. „Wie wäre es wenn du uns etwas abgibst und wir gemeinsam das Weite suchen, bevor man etwas bemerkt?“, schlug die andere vor. Ich war noch viel zu verwirrt um zu reagieren also packten sie mich und mein Fass und führten mich davon. Klar denken konnte ich erst wieder als ich bereits im Warmen saß und ein kleines Feuer mich vom Regen trocknete. Völlig aufgelöst erzählte ich den Retterinnen meine Geschichte und gelobte dort nie wieder etwas unrechtes zu tun. Da sie meine Situation mit Mitgefühl erfüllte, wünschten sie mir alles Gute, verzichteten auf ihren Anteil und verschwanden in die Nacht.

Ich kehrte meiner Zunft den Rücken zu und floh zurück in die Heimat. Aus Schamgefühl wollte ich meiner Mutter dieses Kapitel meines Lebens nicht beichten müssen. Ich stellte das Fass als Mitgift auf die Schwelle zu unserem Hof und begab mich zum Burgstall in der Nähe von Kermaringon. Unter falschem Namen lehrte man mich dort den Umgang mit dem Schwert sowie mit Pfeil und Bogen. Nach einer Weile konnte ich mich bei der Jagd im nahen Wald nützlich machen und baute selbst einige Bögen. Immerhin konnte ich so meiner Familie von Zeit zu Zeit anonym Essen zukommen lassen. Ich hätte ein ruhiges Leben haben können doch mich lockten das Abenteuer und das weiße Gold. In der Burg wurde es mir nach einiger Zeit ohnehin zu langweilig. Bis auf einmal wo wir ausschwärmten um einen verschollenen Adeligen zu suchen passierte nicht viel. Da die nahe Stadt Bruck ebenfalls durch Zölle vom Salz profitierte entschied ich dorthin zu ziehen. Einige Jahre verbrachte ich in Bruck. Ich versuchte immer wieder mich am Salzhandel zu beteiligen, scheiterte jedoch kläglich. Ich entschied mich, mein Glück in Augusta Videlicorum zu suchen da ich gehört habe dort gäbe es Salz in Hülle und Fülle. Leider scheiterte ich erneut da ich kein Geld für den Brückenzoll hatte. Eine Weile hielt ich mich mit Spielereien und Gaukelei über Wasser. Da ich hierbei nur ein paar Münzen machen konnte, klaute ich wie ein Rabe und brach somit meinen Vorsatz nichts Unrechtes mehr zu tun. Oftmals war ich kurz davor erwischt zu werden, aber ich lernte mit der Zeit flink und geschickt zu sein. Schon bald wussten die düstersten Gestalten der Stadt meine Dienste zu schätzen. Ich wurde für diverse dubiose Vorhaben angeheuert die ich lieber nie wieder erwähnen möchte. Ich traf mich immer mit meinem Auftraggeber in der einzigen Schänke in der wir unentdeckt bleiben konnten. Einmal ließ ich mir einen neuen Auftrag erklären als uns ein großer Mann mit roten Haaren unterbrach. Irgendwie passte er nicht in diese Gegend. Kurz loderte in mir die Angst auf, von einer Wache erwischt worden zu sein, doch auch dieses Bild passte nicht. Als der Mann um einen Job bat, musste ich grinsen denn er hatte das gleiche Ziel wie ich. Mein Auftraggeber weihte ihn in das Vorhaben ein. Da mein Verdienst sich dadurch nicht verringerte, war es mir ziemlich egal. Sollte der arme Wicht doch auch etwas davon haben. Außerdem hatte er etwas an sich was mich erheiterte. Der Auftrag war simpel, wir sollten einem Kaufmann ein wertvolles Artefakt aus einem Samtbeutel an seinem Gürtel entwenden. Wir kauften uns beim Wirt noch eine Flasche Fusel und verließen den Laden. Er schien erleichtert als wir in eine andere Gegend gingen… Irgendetwas stimmte mit dem Typen nicht. Der Plan war einfach. Ich versprach den Kaufmann mit aufreizender Kleidung abzulenken während er ihm aus der Menge den Beutel abschnitt. Irgendwie gefiel mir seine Vorgehensweise sehr gut, oder der Fusel berauschte meine Sinne, auf jeden Fall stimmte ich zu. Wir verabredeten uns für den nächsten Tag und unsere Wege trennten sich.

Auf dem Weg zu unserem Treffpunkt rempelte mich ein Mann an. Er entschuldigte sich bei mir und ich erkannte ihn als unser Ziel. Ich umschmeichelte ihn so gut es ging. Beinahe hätte ich verlernt wie das geht. Ich lockte ihn zu dem vereinbarten Treffpunkt. Alles schien perfekt zu laufen bis der Rothaarige wie ein Trampeltier aus der Menge kam und dem Kaufmann den Gürtel durchschnitt. Dieser hielt seine Hose in festem Griff und schrie nach der Stadtwache. Obwohl ich die Wahnsinnstat meines unterbelichteten Komplizen nicht verstehen konnte, hatte er etwas Interessantes an sich das ich nicht an die Wachen verlieren wollte. Um uns die Flucht zu ermöglichen, riss ich dem Kaufmann das Gewand aus der Hand und ließ es fallen. Ich packte meinen verdatterten Komplizen am Arm und wir sprinteten, dicht gefolgt von den Wachen durch die Seitengassen davon. Als wir gerade um eine Ecke bogen wurden wir grob, ohne dass es die Verfolger bemerkten in einen Hauseingang gezogen. Hinter einem Berg von Mann erkannte ich eine Frau die mir seltsam vertraut vorkam.  Als diese lächelnd sagte, „Das war knapp, das nächste Mal kostet es extra wenn wir dir deinen Hintern retten müssen“, fiel es mir wieder ein,  es war Tuula Elisa Jokela. Der Mann stellte sich als Ernesto Ballico Avasut vom schwarzen Löwen vor. Kurz darauf schloss ich mich gemeinsam mit Tantris Koloman, wie der Rothaarige sich nannte, dem freien Söldnerhaufen an.

Asteria Agrona